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  • AutorenbildJohanna Tiefenbacher

Verluste

Das nächste Kapitel in meinen Zebrafinkengeschichten ist leider kein fröhliches. Eine ganze weile hielt der Status Quo meines kleinen Schwarms. Es gab ein wenig Streit, aber im Großen und Ganzen haben wir uns alle verstanden.



Dann wurde Trude krank. Ich weiß nicht, was sie hatte. Einmal hat sie sich nach einem Tag wieder erholt, ein paar Wochen später ging es ihr wieder schlecht und am nächsten Tag war sie tot.

Peanut und Snoopy mussten bei Trudes erster Krankheit aus dem Käfig ausziehen, weil Snoopy richtig gemein zu Trude wurde. Ich habe sie anschließend getrennt gelassen, weil die Machtverhältnisse sich verschoben hatten und es nur noch Streit gab.

Auch wenn ich Frieda immer wieder mehr oder weniger liebevoll als Arsch bezeichnet habe, hat er hier doch bewiesen, dass er ein gutes Männchen für Trude war. Er hat sich bis zum letzten Moment um sie gekümmert und neben ihr geschlafen, als sie gestorben ist.



Anschließend hat er getrauert. Anders kann ich es nicht beschreiben. Er saß allein in seinem leeren Nest (ich hatte das Nistmaterial, auf dem sie gestorben war, rausgenommen), hat fast nur noch geschlafen und sich von den anderen isoliert. Er kam auch öfter zu mir, obwohl er vorher zu den weniger zahmen gehörte.



Diese Phase hielt zum Glück nicht so lange. Nach ein paar Wochen hatte er sich erholt, aber einsam war er natürlich noch immer. Trude und er waren das stabilste Pärchen. Frieda hat zwar gern die anderen Weibchen angebalzt, aber die beiden waren das einzige Pärchen, was sich wirklich frei gefunden hat. Die anderen haben sich ja mehr zusammengetan, weil sonst niemand mehr da war. Ich hatte immer im Kopf gehabt, dass ich die beiden irgendwann mal brüten lasse, um Nachwuchs von ihnen zu haben.



Trotz ihres verdrehten Fußes war Trude stark und konnte sich durchsetzen. Sie hat mir immer am penetrantesten versucht, jegliches Essen zu stehlen, und ließ sich absolut nicht vertreiben. Sie war nie die zahmste, aber ihr Tod hat mich sehr getroffen. Weil er auch so unerwartet früh kam. Zebrafinken können sehr alt werden, nach nicht einmal zwei Jahren hatte ich noch nicht damit gerechnet, dass einer stirbt. Zum Glück hatte sie wohl nichts Ansteckendes, denn alle anderen sind gesund geblieben.

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